Unsere Philosophie

Hallo meine Lieben,

ich kann nicht glauben, dass unser Blog Illusion so eine Größe erreicht hat. Da mich immer wieder die Frage erreicht, wie ich auf die Idee gekommen bin, beziehungsweise was die Beweggründe sind, habe ich die Philosophie, die hinter der Illusion steht zusammengefasst. Ein paar allgemeine Tipps sind auch noch reingerutscht. Also Vorhang auf!

aleksandra illusion

Wie alles begann…

Illusion erblickte zuerst im August 2000, in den frühen Tagen des Internets, das Licht der Welt. Da war ich noch „die Aleks“, die tagsüber die Münster Greenpeace-Gruppe leitete und nachts an Hausarbeiten für ihr Biologiestudium schrieb. Damals war Illusion ein Blog, der über Nachhaltigkeit im Allgemeinen berichtete. Die Geburt meines Sohnes änderte das. Die großen Greenpeace-Projekte und die Proteste musste ich niederlegen. Was zuerst wie ein Verlust erschien, eröffnete mir eine ganz neue Sichtweise auf das Leben. Achtsamkeit und die Veränderungen im Kleinen gerieten in den Fokus und dafür bin ich bis heute dankbar. Große Veränderungen kommen von den kleinen Dingen.

Das Problem mit den Kostümen

Mehrere Jahre später hatte ich drei aufgeweckte Kinder, die nichts lieber taten, als sich zu verkleiden und Piraten und Prinzessinnen zu spielen. Zu Halloween und Fasching nahm das riesige Ausmaße an. Jedes Jahr brannten sie für ein neues Kostüm, dass sie bei ihren Freunden oder im Laden gesehen hatten. Schnell wurde das zu viel, nicht nur für meinen Geldbeutel.

Diese Piraten- und Prinzessinnenkostüme sind genauso ein Produkt der Modeindustrie wie das T-Shirt von Primark. Das bedeutet die Ausbeutung von Arbeitskräften und Ressourcen und Transportwege um die halbe Welt. Auch die Familienkasse litt unter der jährlichen Neuanschaffung. Aber was soll man machen, wenn das Feenkostüm schon nach einer Woche kaputt ist?

Die Antwort fiel mir wie Schuppen von den Augen. Zu den geliebten Feiertagen können sie sich so verkleiden wie zum Rest des Jahres: mit der Wiederverwendung von alten Kleidungsstücken und Dingen, die im Haushalt zu finden sind. Wir kamen zu einem Kompromiss: zusammen mit meiner Hilfe und meinen (damals kläglichen) Nähkünsten nahmen sie den Deal an.

Heute bin ich umso froher darüber, da vor einigen Jahren der Stoff PPA (Para-Phenylendiamin) in Kinderkostümen bestätigt wurde. PPA löst allergische Sofortreaktionen aus. Zusätzlich wurden andere Schadstoffe, die Haut und Schleimhäute reizen, nachgewiesen.

Dass Kostüme überwiegend aus Polyester und Nylon bestehen bedeutet auch:

  • dass sie leicht entflammbar sind
  • dass bei der Herstellung Erdöl verwendet wird
  • dass beim Waschen Plastikartikel abgesondert werden
  • dass nach der Entsorgung riesige Plastikmüllberge entstehen

Vieles spricht gegen den Kauf von billigen Kinderkostümen. Keine bunten Perücken, Plastikschwerter und glitzernde Feenflügel? Die Wahl zwischen der Freude der Kinder und einer nachhaltigen Lebensweise? Selbst die größten Umweltschützer hätten da Schwierigkeiten. Zum Glück ist das keine Entscheidung, die Sie treffen müssen.

Das Ziel von Illusion ist es nicht, auf die Missstände in der Modeindustrie aufmerksam zu machen. Über die ökologischen Konsequenzen unseres exzessiven Konsums weiß heutzutage jeder Bescheid.

Illusion bietet eine Lösung an

Es ist keine Lösung, die all diese Missstände löst. Dafür ist es eine Lösung, die jeder anwenden kann und dabei Gutes tut.

Unser Umgang mit der Umwelt und unser Verhalten als Konsumenten bestimmen die Zukunft unseres Planeten.

Wir wollen unseren Kindern keine schlechtere Welt hinterlassen. Doch die Lage sieht trüb aus. Um gegen die Ohnmacht anzukämpfen, veröffentlichen wir diese konkreten Handlungsansätze, wie Sie einfach Umweltschutz in Ihren Alltag integrieren können. Ich will Ihnen zeigen, dass Nachhaltigkeit keine ernsthafte und teure Angelegenheit ist, sondern für die ganze Familie.

Diese Ratschläge beschränken sich bei Illusion auf die kostenlose Bereitstellung von DIY Kostümideen. Sicher, damit allein rettet man nicht die Welt. Aber das kann sowieso keiner von uns – nicht alleine. Wenn wir zusammen anfangen, unseren Alltag nachhaltiger zu gestalten, können wir großes bewirken.

Dabei muss nicht jeder Aspekt des Alltags sofort überdacht werden, das wäre viel zu überwältigend und entmutigend. Lieber fehlerhaft nachhaltig als gar nicht nachhaltig. Wir entscheiden, wie wir uns verhalten. Und mit kleinen Schritten in die richtige Richtung bewirken Sie mehr, als wenn Sie sich sagen, dass dieser kleine Schritt nichts bringt. Wenn Sie achtsam mit einem Teil Ihres Lebens und dessen Auswirkungen auf den Planeten umgehen, schleicht sich diese Achtsamkeit auch leichter in den Rest Ihres Lebens ein.

Fangen Sie einfach an!

Die vielen Vorteile des Selbermachens und der Nachhaltigkeit werden bekannter; DIY und Upcycling gewinnen an Beliebtheit.

DIY („Do it yourself.“) bedeutet so viel wie „Mach es selbst“ und wird gerne im handwerklichen Kontext verwendet. Das Selbermachen von Produkten durch das Reparieren oder Herstellen von Dingen ist für jeden möglich. Ob groß oder klein, handwerklich begabt oder nicht.

Upcycling („Aufwerten“) beschreibt die Wiederverwendung von Abfall oder scheinbar nutzlosen Produkte indem man sie in einem neuen Kontext in ein neues Produkt umwandelt.

Diese beiden Praktiken gehen oft Hand in Hand und weisen den Weg in eine nachhaltige Zukunft. Sie…

  • sparen Rohstoffe ein
  • reduzieren den Abfall, der auf Müllhalden landet
  • fördern Kreativität
  • sparen Geld
  • sind super umweltfreundlich

Sie sind eine Alternative für unsere Wegwerfgesellschaft. Diese Werte in Kindern zu verankern bedeutet, dass sie nicht dieselben Fehler wie unsere Generation machen. In der Theorie klingt das alles schön und gut, aber wie ist das tatsächlich praktisch anwendbar?

Ganz einfach. Vor dem nächsten Halloween, Kindergeburtstag oder Karneval rennen Sie nicht in die Läden, sondern setzen sich mit Ihren Kindern hin. Zusammen überlegen Sie, als was sich das Kind verkleiden möchte und wie das mit wenig Geld und ohne den Gang in den Laden realisierbar ist. Und falls sie keine Idee haben, wo sie anfangen sollen: Dieser Blog ist ein guter Start. Wenn die Kinder das Prinzip verstanden haben, entfalten sie eine unglaubliche Kreativität. Plötzlich ist alles möglich.

Pappteller und Papier verwandeln sich in bunte Masken und aus einem alten Karton lässt sich der Schild für den mutigen Ritter basteln. Beim Blick auf die ausrangierten Sachen der Eltern und Großeltern findet sich sicher ein altes Kleid oder ein Hemd, das zu einem Hexenkostüm umgewandelt werden kann.

Auch Papiertüten, Luftpolsterfolie, Klopapierrollen oder anderes Recyclingmaterial kann so verwendet werden. Aus buntem Stoff und Nähkünsten lässt sich jedes noch so komplizierte Kostüm realisieren. Weiterhin kann ein kurzer Trip zu einem nachhaltigen Secondhandladen helfen.

Sind Sie kurz vor dem Verzweifeln da entweder die Zeit oder die Geduld für künstlerische Tätigkeiten fehlt, kann ich Ihnen empfehlen, Flohmärkte oder Tauschbörsen aufzusuchen. Diese gibt es auch speziell für Kostüme. Wenn dann noch ein Theater oder eine Oper ihren Fundus anbietet, sind Sie im Kostüm-Schlaraffenland angekommen.

Und das ohne den Kauf neuer Kleidung. So ein Kauf gibt den großen Ketten das Zeichen, dass sie weiter produzieren sollen – zu denselben Bedingungen für Arbeiter und Natur – da ja eine Nachfrage herrscht.

So wird aus dem Wunsch, Geld zu sparen oder die Umwelt zu schonen eine kreative Mission für die ganze Familie.

Worauf sollte man achten?

Wenn Sie nicht wissen, wo sie anfangen sollen, empfehle ich Ihnen, einer DIY-Kostümanleitung von Illusion zu folgen.

Immer zu beachten – egal, bei welcher Art von Kostüm – ist, gekaufte Stoffe oder Verkleidungen vor dem ersten Tragen zu waschen, auf das Material zu achten (kein PPA!) und besonders bei kleinen Kindern sollten keine leicht verschluckbaren Einzelteile wie lose Knöpfe am Kostüm enthalten sein. Außerdem rate ich dazu, Karnevalsschminke selbst herzustellen oder nur zertifizierte Naturkosmetik zu kaufen. Sonst sind schädliche Substanzen wie Paraffin oder Petrolatum enthalten.

Heute sind meine Kinder, Verzeihung, Teenager, größer. Ihre Vorstellungen von einer angemessenen Verkleidung haben sich geändert und sie ziehen zu Halloween nicht mehr als kleine Piraten und Katzen von Haus zu Haus. Trotzdem, und das haben sie mir versichert, haben diese regnerischen Nachmittage, an denen das Wohnzimmer wie eine explodierte Kreativwerkstatt aussah, ihre Spuren hinterlassen. Vielleicht sieht man es in Rubens Zero-Waste-WG, in Finns technischen Basteleien – oder Majas Wunsch, Modedesignerin zu werden.

Sonst noch was? Ach ja, viel Spaß!

Ihre Aleksandra

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